
Schülerinnen testen Handwerksberufe im Berufsbildungs- und Technologiezentrum der HWKGirls’Day bei der Handwerkskammer für Schwaben
Einmal jährlich erhalten Mädchen und Jungen bei einem bundesweiten Aktionstag, dem Girls‘ und Boys’Day, Einblick in Berufe, in denen Frauen oder Männer unterrepräsentiert sind. Die Handwerkskammer für Schwaben beteiligt sich regelmäßig daran und lud heute Mädchen in ihr Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) in Augsburg ein, um Handwerksberufe kennenzulernen. Zum einen in die Maler- und Lackierer-Werkstätten und zum anderen in die Land- und Baumaschinenmechatronik.
Auch die 14-jährigen Mädchen Veronika Thoma und Lea Mayr aus Fischach im Landkreis Augsburg, die beide auf die Realschule in Thannhausen gehen, waren zu Gast bei der HWK. Sie erhielten viele Informationen zu handwerklichen Ausbildungsberufen und deren Karrieremöglichkeiten, konnten die Maschinen in der Fahrzeughalle der Landtechnik des BTZ der HWK Schwaben besichtigen und selbst handwerklich tätig werden. Sie stellten dort maschinell mit verschiedenen Bauteilen einen Flaschenöffner her, den sie anschließend mit nach Hause nehmen durften. Die beiden wurden über ihre Schule von der Aktion informiert und entschieden sich auf der Webseite www.girls-day.de für ihren Ausflug zur Handwerkskammer.
Großes Interesse an Handwerksberufen
Beide waren von den großen Maschinen, unter anderem einem Bagger und einem Traktor, sichtlich begeistert. „Das war cool! Und mal was anderes. Die Halle und die Geräte haben richtig Eindruck gemacht“, sagt Veronika. Sie und Lea können sich auf jeden Fall einen handwerklichen Beruf vorstellen. Veronika: „Ich würde gerne Schreinerin werden.“ Lea tendiert in die gleiche Richtung: „Ja, Schreinerin wäre super. Auf jeden Fall etwas mit Holz.“ Wobei Veronika kurz noch hinterherschiebt: „Konditorin wäre auch ein toller Beruf.“ Zeit für eine Entscheidung haben die beiden noch genug.
Veronika und Lea halten die Einteilung in klassische Männer- und Frauenberufe für Quatsch: „Vielleicht sind die Männer ein bisschen stärker, aber ansonsten gibt es keine so großen Unterschiede. Frauen sind auch stark. Frauen und Männer können sich dafür entscheiden, was ihnen Spaß macht.“ Für beide Mädchen ist auch eine spätere Selbstständigkeit denkbar, auch wenn bis dorthin noch viel Zeit ist. Lea: „Ich kann mir gut vorstellen, irgendwann mal einen eigenen Betrieb zu haben und meine eigene Chefin zu sein.“
Veronika Thoma (links) und Lea Mayr waren begeistert von ihrem Besuch im Berufsbildungszentrum der HWK Schwaben in Augsburg. Beide können sich eine handwerkliche Karriere bis hin zur Selbstständigkeit vorstellen.
„Wir brauchen intelligente Köpfe und tüchtige Hände“
Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der HWK Schwaben, freute sich über die gute Resonanz zum Girls’Day im Berufsbildungszentrum: „Es ist gut, wenn sich immer mehr Mädchen vorstellen können, ins Handwerk zu gehen. Wir müssen uns weiter entfernen vom alten Rollenverständnis. Auch Mädchen und Frauen können Häuser bauen oder Heizungen installieren. Und schließlich brauchen wir ganz einfach im Handwerk viel mehr intelligente Köpfe und tüchtige Hände, die sich um die großen Zukunftsaufgaben kümmern.“